In den Medien

In Zeitungen und Radio bin ich mit meinen Büchern manchmal schon gewesen. Eher neu ist für mich das Fernsehen. Und dann gleich der Bayerische Rundfunk …

Ich arbeite nicht nur mit Harald Lange zusammen, sondern ich schreibe auch für Matthias Matuschik, einen populären Radiomoderator und Comedian. Wer seine Show auf Bayern 3 noch nicht gehört hat, sollte das dringend nachholen: Montags bis donnerstags, zwischen 20 und 22 Uhr einschalten.

Um das Gesicht hinter der Stimme zu sehen, empfehle ich den kurzen Film, der über uns beide gedreht worden ist.

https://www.youtube.com/watch?v=EjjAIF8OVQY

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Fehler in Texten

Bei verschiedenen Autoren und Texten habe ich immer wieder dieselben Fehler entdeckt. Die folgende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie spiegelt nur meine persönliche Erfahrung als Lektorin wieder, dient deshalb wie ein erster Anhaltspunkt.

Lektoren sollten achten auf:

Wiederholungen: bei einzelnen Wörtern, aber auch bei ganzen Passagen. Die meisten Menschen tendieren dazu, das, was ihnen wichtig ist, nicht nur einmal, sondern mehrfach vorzubringen. Wie um abzusichern, dass es beim Zuhörer ankommt. Aber erzählte Sprache ist keine geschriebene Sprache. In schriftlichen Texten sind solche Wiederholungen überflüssig, wenn nicht sogar störend. Außerdem dienen sie manchmal dazu, eine Überleitung herzustellen. Die sich für den Autor anbieten mag, die letztlich aber nicht gelungen ist.

Deswegen kann ich nur dazu raten, Wiederholungen zu kürzen. Der Text lässt sich dann besser lesen, der Inhalt leichter erfassen.

Damit komme ich, um einen guten Übergang einzubinden, zur Verständlichkeit. Ist für den Leser klar, was der Autor sagen will? Wo befindet sich gerade der Protagonist? Zu welcher Zeit? Und an welchem Ort? Wer ihn oder seine Geschichte noch nicht kennt, muss den Zeilen trotzdem folgen können. Verständlichkeit ist oberstes Gebot. Nicht zuletzt, wenn es sich um Fachbegriffe handelt.

Meine Empfehlung: Lieber einmal zu viel erklären als insgesamt zu wenig. Ein Leser, der den Text nicht mehr versteht, wird ihn schnell zur Seite legen.

Er wird ihn zur Seite legen? Oder legt er ihn zur Seite? Wird der Text von ihm zur Seite gelegt?

Auch Passivkonstruktionen sind Fehler, die häufig passieren. Sie tragen ihren Teil dazu bei, dass der Inhalt unklar wird. Denn der Leser möchte gerne wissen: Wer hat hier was gemacht?

Gemacht, getan … Das sind, ebenso wie „sein“ und „haben“, Verben, die der Autor besser nicht so oft verwendet. Denn ihre Aussage ist schwach. Zu allgemein, zu unkonkret.

Genauso verhält es sich bei „man“. Man hat gefrühstückt. Aber wer ist das eigentlich? Und hat man nicht besser Marmeladetoast und Ei gegessen? Je genauer in der Darstellung, umso mehr entstehen Bilder im Kopf. Und der Leser kann sich leichter in die Situation hineinversetzen.

Davon einmal abgesehen, liegen die Schwachstellen von Schreibenden häufig im verwendeten Tempus. Die Zeit muss einheitlich sein, wenn es sich nicht um einen literarischen Kunstgriff handelt.

Genauso muss die Kommasetzung stimmen. Zu viele, zu wenige, an den falschen Stellen – das habe ich alles schon erlebt.

Schließlich tauchen immer wieder Füllwörter auf. „Eigentlich“, „halt“ … Wörter, die für sich genommen keine Aussage haben. Warum stehen sie im Text? Um ihn zu verlängern?

Umgangssprache ist auch nicht unbedingt gewünscht. In wörtlicher Rede bietet es sich aber an, die Leute so sprechen zu lassen, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Also im Dialekt, im Ausdruck einer bestimmten Gruppe – Jugendliche drücken sich anders aus als ältere Menschen. Wer in einem Verlag arbeitet, benutzt Begriffe wie etwa „spationieren“, ohne darüber zu stolpern. Ein Außenstehender müsste umständlich erklären, was gemeint ist – er kennt hier keine Fachausdrücke.

Und so weiter, und so fort.

Das heißt: usw.

Oder doch nicht?

Ich könnte ja zum Beispiel … z.B. …

Ich sollte mir Listen anlegen, für welche Variante ich mich entschieden habe. Und diese dann auch beibehalten. Also nicht etwa „zum Beispiel“ schreiben und auf der nächsten Seite etc., anstatt et cetera.

Ähnlich verhält es sich mit Angaben von Datum, Uhrzeit etc.

Und wer sich unsicher fühlt, wie ein bestimmtes Wort im Plural gebildet wird, ob es sich steigern lässt, wie es zu beugen wäre … Der schaut am besten in den Duden, speziell beim Thema Konjunktiv.

Lektorat, die kritische Analyse von Texten

Von der Idee zum fertigen Buch sind mehrere Arbeitsschritte durchzuführen. Einer davon ist das Lektorat, wo das Manuskript bearbeitet, also der Text beurteilt wird. Die Lektoren sorgen dafür, dass Rechtschreibung und Grammatik stimmen. Genauso prüfen sie stilistisch und inhaltlich. Im Einzelnen achten sie dabei:

auf Wortwahl, Satzmelodie

auf Spannung

auf Verständlichkeit, Logik und Argumentation

auf die fachliche Richtigkeit

Am besten ist, sich vom Groben zum Feinen vorzuarbeiten. In einem mehrstufigen Prozess, bei dem die Reihenfolge lautet:

Aufbau / Struktur

Inhalt

Sprache / Stil

Formales

Im Lektorat gewinnen die Texte noch einmal an Qualität. Die erste, geschriebene Fassung ist in aller Regel nicht diejenige, die auch am Ende stehen bleibt.

Nach einem Durchlauf Korrekturen empfiehlt es sich, den Text ein paar Tage liegen zu lassen. Dann sieht der Lektor – oder auch der Autor – ihn wieder durch, schleift aufmerksam weiter. Bis eine Version vorliet, die ihm wirklich gefällt.

Zum Abschluss liest er den Text laut vor. Er sollte gut klingen, nicht mehr holpern.

Für jeden Schriftsteller ist es von Vorteil, wenn er sein Manuskript anderen zum Gegenlesen anvertraut. So lassen sich Flüchtigkeitsfehler überprüfen und außerdem kann der Autor sichergehen, ob ein Unbeteiligter versteht, was er sagen wollte. Am besten wählt der Autor dafür eine Person, die nicht schon aus Gesprächen über den Text oder seine privaten / beruflichen Hintergründe informiert ist.

Tagebuch von Harald Lange, zweiter Beitrag

09.11.2014
Endlich war ich wieder einmal überzeugt, es schaffen zu können. Nachdem ich gestern auf dem Extremsporttag in Frankfurt so viele nette Leute kennengelernt und vor allem interessante Begegnungen mitgenommen hatte, fing ich heute damit an, mein Material zu sortieren. Doch egal, von wem ich zur Ernährung etwas wissen wollte, jeder sagte mir dasselbe: „Teste selbst. Du musst entscheiden, was du machen willst.“
Wenig Infos sickerten durch, wie sich andere einstellen. Ich bekam immer so da und dort was mit, aber ich dachte mir dann auch, hier muss echt jeder für sich organisieren.
Wolfgang, der schon am Marathon des Sables teilgenommen hatte, schlug mir für jeden Tag einen Brühwürfel oder Tomatensuppe vor. Das hätte ihm immer gut getan.
„Aber essen wird oft überbewertet. Du kannst nicht allzu viel zu dir nehmen. Tagespacks sind nicht das Schlechteste, es gibt halt, was es gibt und Hotel und First-Class-Service bekommst du sowieso dort nicht.“
Also nicht zimperlich sein! Und alles im Vorfeld testen. Einmal einen Tagespack zusammenstellen, damit einen Tag leben und sehen, wie das geht. Nichts mitnehmen, das ich nicht kenne. So normal wie möglich bleiben.
Ich hielt an der Empfehlung fest, auf Tagespacks zu gehen. Drum herum würde ich noch etwas einpacken, das ich zwischendurch mampfen könnte.
Oft spielte ich die Möglichkeiten durch. Ich wusste nicht so recht, wie ich planen sollte. Ziemlich unsortiert das Ganze. Aber irgendwie musste mir ja langsam etwas einfallen. Also fing ich einfach an.
Ich schnürte sieben Tagespacks und überlegte mir, was ich pro Tag essen würde und was ich an welchem Tag verlangen könnte. Zumindest im Grundsatz: Jeden Tag ein Müsli, ein Abendmahl meiner Wahl, Startgetränk UltraSports Starter, jeweils ein Refresher, über den Tag verteilt das ein oder andere Riegelchen und Bufferpulver. Unabhängig von diesen kleinen Paketen noch den Rest wie Studentenfutter, Bananenchips, Salami … Davon würde ich immer nach Bedarf etwas zu mir nehmen.