Rennbericht von Harald Lange, Getting tough the Race

Am 5. Dezember Dezember hat sich Harald Lange wieder einmal ins Rennen gewagt. Er ist in Rudolstadt beim Getting tough the Race an den Start gegangen, einem Hindernislauf, der wie die BraveheartBattle ist und doch irgendwie anders. Zu seinen Erfahrungen und Eindrücken bei der BraveheartBattle haben wir das Buch „Willensstark“ herausgebracht. Das Rennen findet jedes Jahr im Frühling statt. Wie es sich im tiefen Winter anfühlt und was das körperlich und mental erfordert, schildert Harald Lange in einem Rennbericht. Vielen Dank, Harry, dass du mir diesen für den Blog zur Verfügung stellst. Unkommentiert, genau so, wie der Läufer ihn verfasst hat, möchte ich den Bericht jetzt einfügen:

Ich bin hier schon an meine Grenzen gestoßen, dreimal wollte ich das Rennen aufgeben. Erst ging das schon mal mit dem Massenstart auf der Wiese los, es ging danach gleich zum Kriechen und ich war noch nicht wirklich aufgewärmt, eigentlich gar nicht. Somit kam ich auch schnell außer Atem. Gleich zu Beginn gab es folglich auch Strom und ich verlor die Orientierung weil der Massenstart auf einer Fläche von fast 300m sagen wir mal stattfindet und es dann zusammenläuft und du somit nicht sehen kannst wo und wie genau du kriechen sollst. Eigentlich wohl nur gerade nach vorn aber macht der Vordermann einen Schlenker, dann machst du den auch und somit kann man man wenn man das nicht richtig sehen kann da schon einmal die Orientierung verlieren. Danach ging es gleich in den Wassergraben in Brusthöhe und ich sagte mir zum 1. Mal ihr könnt mich alle!!Das Wasser war unangenehm beißend und obwohl ich es kennen sollte, war weniger der Schock des Kontakts in dem Moment mein Problem, eher die Tatsache, dass ich in solch einer Brühe gleich noch tauchen sollte! Dann lief das Rennen erst mal üblich ruhig, ich kam rein, das Schleppen bereitete mir keine Probleme, Laufen ohnehin nicht, geile Trails, schöne Strecke, ging so 15km knapp so dahin. Aber dann… Dann kamen die Hindernisse geballt und wir sprechen von insgesamt 150 Hindernissen auf der Strecke von 24km das heißt Schlag auf Schlag. Alles gut bis es zum Tauchen ging. Das Tauchen war so, dass du unter 8 Baumstämmen durch musstest und zwar nicht auf einmal sondern Stamm für Stamm, das tut außerdem mehr weh, auch wenn du bei Variante 1 mehr Luft brauchen würdest aber du schwimmst. Es tut dann einmal weh und fertig. So, tauchst du ein, 1mal, 2mal, beim 3. Mal dachte ich mir bleibt der Atem weg. Ich wollte da sofort raus und ich wusste ich muss weiter machen und ich war froh dass ein Sani mir das auch sagte. Als ich sagte „ich kann nicht mehr“ sagte der bestimmt: „DOCH DU KANNST!!!“ Und ich konnte. Denn raus musste ich sowieso also sagte ich mir beherzt, jetzt tauch du Sau, tauch einfach, mach es einfach TU ES JETZT! Drüben angekommen und leicht benebelt, aus dem Becken gestiegen und dann zum Mangelhindernis. Auch das schockte mich denn nach dem Tauchgang gleich hangeln…. Bedenke, das Tauchen kostet Kraft und jeder Wasserkontakt raubt sie dir. Ich war aber stolz auf meinen Trainingszustand, keine Krämpfe, voll bei Sinnen, ich wollte auf keinen Fall die Pussylane nehmen (schwimmen), ich wollte hangeln, ich wollte nicht ins Wasser nicht jetzt! Ich hangelte brav drüber und fühlte mich in Sicherheit aber was dannn kam… Erst einmal wurde wieder geklettert und Wasser, Wasser, Wasser ach ja, Wasser….

Ich hoffte eigentlich es sei vorbei mit dem Schlimmen denn nach dem Tauchen hoffte ich da kommt nix mehr. Doch, da kam….. Erst einmal ging das in die Saale und wir mussten über LKW-Reifen drüber klettern, das ging aufgrund der Rutschgefahr manchmal alleine, manchmal nicht. Eigentlich wenn die Strömung nicht so stark gewesen wäre sollte dieses Hindernis in der Sale so sein, dass man definitiv immer komplett in der Breite durch die Sale muss, die Reifen sich drehen und du nicht fähig bist alleine drüber zu kommen, was heißt, warte auf den nächsten Läufer und helft euch. Einer drüber, hinten halten, die anderen nach, anders geht das nicht und das Ganze ständig im Wasser. Nachdem die Schweinerei vorbei war, wurde wieder mal gekrochen und geklettert und jetzt kommt´s: Die Kriechhindernisse waren ja teilweise eng wo ich mich fragte wie du wenn du etwas korpulenter bist überhaupt da durch kommen willst, zumindest nicht ohne Kontakt zum Hindernis und das ist natürlich teilweise unangenehm weil – Strom!! „Was hängen da für lustige weiße Fäden herum?“ fragte ich mich noch, diese lustigen Fäden hatten es in sich das war nämlich Strom und einer dieser Dinger erwischte mich direkt am Kopf, der natürlich naß war. Puls beschleunigte sich und es tat einen Schlag „Strom“ hörte ich noch vom Publikum, meinen eigenen Aufschrei auch. Ich hatte aber im ersten Augenblick das Gefühl, mich hat einer getreten oder geschlagen. Ich verstand gar nicht im ersten Moment dass es sich hier um Strom handelt. Aber gut aufgerafft, kurz am Boden liegend und weiter vorwärts. Wir mussten wieder in einen Container der voll mit Wasser war, darüber Bretter was heißt das zu deutsch? Richtig, tauchen… Aus dem Container raus, ging es jetzt auch wieder unter eine Wasserdusche, also von allen Seiten strömte – natürlich kaltes Wasser aus der Sale – ein, jetzt wurde ich geduscht und sah nicht ein wo und wie ich weiter musste. Es ging erst einmal runter, also rein gesprungen. Es ist kalt!! Und wo lang?? „Da hoch! rief mir einer von hinten zu. Das ging aber nicht alleine. „Ich mache dir eine Räuberleiter und dann ziehst du mich hoch ok? Gesagt, getan. Und es wurde weiter naß und kalt… Hoch mit dem Kollegen und dann ich, aber mein fetter Arsch ging nicht alleine hoch, also der nächste von hinten gedrückt, ich oben angekommen und dem geholfen, ach, sagte ich dir bereits dass wir wären der ganzen Zeit Wasser abbekamen?? Jetzt zum Aufwärmen wieder klettern, über Autos (wollte ich immer schon mal machen), über Panzer, geil.

Jetzt ging es wieder unter Wasser aber KRIECHEND!! Und jetzt ging es wieder an meine Platzangst. Kriechen unter einem Tunnel aus Beton, knapp über dir, von allen Seiten Wasser strömt ein und weil das nicht reicht, ein Netz gespannt aber dir. Du sollst jetzt keine Panik haben und wenn du dich verhedderst ruhig bleiben um dich nicht weiter zu verheddern, das Netz von dir weg hoch halten und locker weiter kriechen. Nur du wirst etwas hektisch weil das mit dem Wasser, dass auch in Nase und Mund kommt nicht nur unangenehm ist, es ist ja auch frisch da drin. Auch das überlebt, ging es jetzt weiter zu einem wirklich hartem Kletterhindernis, einem 6m hohem Gerüst. Wenn du da runterfällst dann brauchst du keine Hilfe mehr. dDa knallt es richtig. Ich bin da hoch, musste meine Höhenangst kontrollieren und dachte mir da hoch und auf der einen Seite runter und gut – mh von wegen…. Oben angekommen ging es schon runter aber an Feuerwehrstangen!! Ich traute mir das nicht zu denn wenn ich es falsch einschätze und falsch abspringe dann kann mich im Fall keiner auffangen, es knallt ordentlich. Ich nahm die Stange neben dran, da musste ich übersteigen und auf kleinen Tritten, die natürlich rutschig waren, langsam runter. Auch hier, wenn du abschmierst… Auf der anderen Seite wieder auf einem Netz hoch und dann zum 3. Mal nochmal an einer Stange mit kleinen Tritten. Ich sa´auf dem Gerüst und fragte mich die Beine im leeren baumelnd wie ich da jetzt runter kommen soll… „Wie bist du eigentlich um Gottes Willen hier hoch gekommen??“ Fragte mich ein Sani der da stand… Ich antwortete ich weiß es auch nicht und suchte verzweifelt den Weg nach unten denn es wurde kalt und immer kälter. Unten angekommen, die üblichen Holzkletterhindernisse und Reifen. Ein Kollege den Tränen nah konnte nicht mehr weiter und ich wollte ihn nicht vernachlässigen und blieb bei ihm und sagte ihm „Doch du kannst!“ ER meinte er habe Krämpfe und lag vor mir auf dem Boden. Ich packte beherzt zu, Strecke unter Schreien sein Bein, machte ihm klar den Schmerz zu akzeptieren, der Krampf würde sich gleich lösen, ich massierte ihn und wies ihn an sofort weiterzulaufen ABER SOFORT!! Denn sonst kommt der Krampf wieder. Er tat und ich half ihm noch über das ein oder andere Hindernis und dann setzte ich meinen Weg fort. Nun ach mit leichten Krämpfen was die geschuldet war weil ich eben zu lange stehen blieb. Danach kamen noch ein paar Kletterhindernisse über Beton, rutschig, schwer zu erklimmen aber ok. Und zum Schluß das Geilste, du kriechst ins Ziel, so wie sich das gehört ihr Busses!! Ins Ziel kriechen und dann aufrecht aufstehen und AAAAHHHH!!!

Der Veranstalter bewunderte mein Engagement und meine Willenskraft. Er sagte wörtlich „Ich bekomme Gänsehaut was der Kollege mir hier erzählt! Es gibt Leute die knallen sich mit Drogen zu und der fast blind, will hier her kommen und seine Grenzen testen. Das ist doch der Hammer!!!“ Und meine Grenzen die habe ich in der Tat getestet. Gut tut zu wissen, was ich in der Lage bin zu leisten, seinen Körper zu kennen und zu wissen ich kann wenn ich muss vieles erreichen und umsetzen.

Weißt du der Punkt ist auch der: Wenn du was machst, mach es richtig und mit Leidenschaft oder lass es einfach bleiben. So halbherzige Dinger sind einfach nur Zeitverschwendung. Lass dich nicht unterkriegen, Rückschläge sind zum Lernen da, ich will auch oft hinwerfen aber es bringt nichts. Ich werfe nur hin wenn ich wirklich sehe dass ich den falschen Weg gehe, es aussichtslos ist. Diese Rennen z.B. werden immer extremer und leider muss ich meiner Behinderung einen gewissen Zoll zahlen. Ich kann nicht wie andere abspringen von Hindernissen die ich nicht einschätzen kann. Könnte ich wohl aber dann würde ich mich sinnlos verletzen, mich und andere gefährden und das wäre nicht nur unverantwortlich sondern blindlings und blöd. Und das bin ich wiederum nicht. Ich ärgere mich dann über 200 verlorene Plätze die dem geschuldet sind und nicht meiner Kondition oder meinem Trainingszustand. Andererseits bin ich froh überhaupt so laufen zu können, daran teilhaben zu können und das auch finnischen zu dürfen. Irgendwann stoße ich sicher auch mal an ein Hindernis wo ich aufgeben muss weil ich es unter Umständen nicht einschätzen kann bevor ich mein Leben riskiere. Im Nachgang werde ich mir sicher in den Arsch beißen und mich fragen, wäre es gegangen oder nicht? Ist die Entscheidung gefallen, ist sie gefallen. Auch hier wollte ich beim Tauchen aufgeben, gebe ich zu, ich dachte einfach das nicht zu packen. Ich war froh das der Sani das richtig einschätzte und sah dass ich die Kraft habe und stabil bin, ich nur nicht den Kopf dafür hatte und die Überwindung her musste. Natürlich muss das schnell gehen denn ewig überlegen kannst du nicht. Der Körper macht viel mit aber auch nur bis zu einer bestimmten Grenze. Wenn du das aber geschafft hast, wie´t du was du im Stande bist zu leisten. Dinge anfangen und hinwerfen, dreierlei Leute haben wir genug, behindert oder nicht. Wenn ich mir vorstelle wie unbeholfen sich aber manche Sehbehinderte und Blinde anstellen und leider so erzogen wurden, da bin ich über mein Internat und meine Erziehung schon dankbar. Beispiel: Ich habe doch die Lupe und da ist ein Befestigungsgurt dran. Dass der sich nicht so schnell lösen kann, wurde eine Z-Form gebastelt und da gibt es jetzt Kunden die meckern, das wäre so schwer diese Z-Form auszuklicken weil man das ja nicht sehe usw. DAS FÜHLT MAN DOCH!!! Wer so eine Lupe bedient ist nicht blind, wer nicht blind ist, sieht noch a Busserl und kann das doch hinbekommen?? Wenn man sich bemüht?? Jetzt ist das ein Verschluss der sofort auf geht wenn du ihn nur falsch anschaust. Ich rief da an, ließ mir den alten Verschluss einbauen und das Ganze kürzen weil zu lange. Ich sagte, ich weiß nicht wie andere Behinderte das machen aber ich brauche a) Sicherheit dass das hält, b) bin ich in der Praxis damit den ganzen Tag unterwegs in der Bahn, muss umsteigen, will komfortabel lesen sofern möglich und somit brauche ich das eben anders. Da sehe ich oder frage mich dann doch, mache ich doch einiges anders als andere. Und wiederum sage ich mir, ich mache nur eins, ich lebe mein Leben was ich behindert oder nicht so oder so tun würde.

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Die Gewinner stehen fest

Sieben Studenten haben sich an meinem Projekt beteiligt, einen Teil von „Highway to Hell“ zu lektorieren (siehe den Blogbeitrag „Deutschlehrer gesucht“). Vor knapp zwei Monaten habe ich die Ausschreibung herumgeschickt. Jetzt ist die Arbeit beendet und ich möchte auch in meinem Blog bekannt geben, wer ein kleines Dankeschön bekommt.

Nicht nur, dass ich jedem ein Feedback zu seiner Arbeit gebe und die Namen der Mitwirkenden im eBook erwähnt werden – sobald dieses erschienen ist, was nun doch noch eine Weile dauern kann.

Ich möchte ihnen auch mit weiteren Lesefreuden das Jahresende versüßen.

Drei Bücher habe ich bereits veröffentlicht, deswegen habe ich mich dafür entschieden, drei „Lektoren“ jeweils eines zu schenken.

Antonia Stüß, die ich zuerst gezogen habe, hat sich für den Roman Süßer Wahnsinn entschieden. Herzlichen Glückwunsch!

Außerdem gratuliere ich Kristina Seufert, sie belegt den zweiten Platz. Ihre Wahl fällt auf das Fantasy-Buch „Kathie – unglaublich, aber wahr“.

Damit bleibt noch ein Titel übrig und eine Gewinnerin bekannt zu geben: Nathalie Fritz. Ihr wünsche ich viel Spaß mit „Willensstark“, dem ersten Buch, das ich zusammen mit Harald Lange geschrieben habe.

Weil die Nachfrage, das Lektorat kennen zu lernen und in dieser Tätigkeit zu üben, so überraschend groß war, habe ich beschlossen, im kommenden Jahr ein Seminar darüber anzubieten. Es soll in Nürnberg stattfinden, weitere Informationen teile ich rechtzeitig mit.