Was Autoren wissen wollen: Schickt mir Eure Fragen, damit ein Literaturagent sie beantwortet

Zahllos träumen die Nachwuchsschriftsteller davon, dass eines ihrer Bücher bei einem Publikumsverlag erscheint; Kiepenheuer & Witsch vielleicht. Aber der Weg dorthin ist steinig und die Hürden, damit man prominent unter Vertrag genommen wird, lassen sich für einen unbekannten Autor schwer bewältigen.
Deshalb verspricht es mehr, sich zuerst an eine Literaturagentur zu wenden, die sich dazwischenschaltet. Doch was machen diese Mittelsmänner eigentlich? Wie vertreten sie ihre Künstler?
Für meinen Autorenpodcast darf ich bald in einem solchen Büro ein Interview führen. Und dann könnte ich auch Eure Fragen stellen! Alles, was Ihr schon immer einmal von einem Literaturagenten wissen wollt – schreibt es mir, in einem Kommentar zum Blog oder auch in einer persönlichen Nachricht. Ich will versuchen, möglichst viel in dem Gespräch unterzubringen, das ihr später im Autorenpodcast hört. Eure Fragen nehme ich bis zum 17. September entgegen.

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Literatur aus dem Dunkeln – Die selbst gemachten Bilder

Natürlich ist Franziska sgoff nicht die einzige, mir bekannte Buchautorin, die trotz einer körperlichen Einschränkung fest und mit beiden Beinen im Leben steht. Darüber hinaus gibt es beispielsweise BLAutor, den Arbeitskreis blinder und sehbehinderter Autoren. Diesem habe ich mich angeschlossen, genauso wie Katrin Dinges, die Lyrik und kurze Prosa schreibt. Darunter befinden sich auch Kindergeschichten.
Veröffentlicht hat sie bisher noch nicht, aber Katrin wirkt so, wie ich sie kennen lerne, sehr umtriebig und aktiv; obwohl sie nicht nur sehbehindert, sondern außerdemnoch stark schwerhörig ist und mit einer chronischen Stoffwechselstörung ringt. Unter anderem setzt sie sich für taubblinde Menschen ein.
Zusammengebracht hat uns literatur aus dem Dunkeln, ein Projekt von Andreas Brüning aus dem Jahr 2014. Nach einem Gespräch mit Katrin habe ich, eng an ihrer Vorstellungs- und Gedankenwelt orientiert, „Die selbst gemachten Bilder“ geschrieben. In einer Reihe von Kurzgeschichten, worin verschiedene Autoren festhalten sollten, was blinden und sehbehinderten Menschen begegnet.
Katrin betreibt Kulturvermittlung für die Initiative “Platz da!“/a>. Und nicht zuletzt, am 16. Mai 2019, ist sie bei einer Abendveranstaltung von „Kulturprojekte Berlin“ aufgetreten: zur Vielfalt in der Kinder- und Jugendliteratur.

Veröffentlicht! Franziska Sgoff, „Wozu braucht man Jungs?“

Gestern, pünktlich für mich als Geburtstagsgeschenk, kam „Wozu braucht man Jungs?“ heraus; ein Jugendbuch, das ich im Entstehungsprozess begleitet habe. Als Lektorin konnte ich gut mit Franziska Sgoff, der Autorin, zusammenarbeiten und wir beide schätzen den Schwarzbuch Verlag. Mehr zum Titel erfährst du unter anderem bei Lovelybooks. Auch eine Lesung auf einer größeren Buchmesse liegt noch im Bereich des Möglichen …
Welche Kinder- und Jugendbücher sich aktuell besonders verkaufen, zeigt die Spiegel-Bestsellerliste zu diesem Bereich. Schon etwas älter, aber immer noch hilfreich erscheint mir ein Beitrag von birgit Dankert, der dieses Marktsegment grundlegend vorstellt. Außerdem bin ich auf die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur aufmerksam geworden. Wen oder was könnt ihr empfehlen?

Gut und besser: Meine Lieblingsautoren 2019

Beim Schmökern bin ich in den letzten Wochen auf drei Autoren gestoßen, deren Bücher mir sehr gut gefallen. Besser gesagt, auf drei Autorinnen und alle kommen sie aus Deutschland.
Zuerst habe ich Charlotte Lyne entdeckt oder besser gesagt, ihr Pseudonym Charlotte Roth mit den historischen Romanen. Eindrucksvoll recherchiert, hat sie beispielsweise in dem Band „Als wir unsterblich waren“ deutlich mehr geschichtliche Details verwoben, als ich während meiner Schul- und Studienzeit erfuhr. Außerdem überzeugen mich die Protagonisten, genauso wie bei Ellen Berg, die sich Frauenfiguren in der heutigen Gesellschaft zuwendet. Dabei schreibt sie Geschichten, wie sie dir und mir zustoßen könnten, in einer ungewöhnlich einnehmenden Sprache.
Gute Kriminalromane liefert schließlich Rebecca Michéle, sodass ich mich sehr gefreut habe, als ich feststellen konnte, dass es zu Mabel Clawrence eine Reihe von Fällen gibt. Begeistert tauche ich in die Welt der Freizeit-Detektivin ein, denn was sie erlebt, wird authentisch erzählt.
Zuvor war es mir länger nicht mehr passiert, dass ich mir ein buch zum Lesen nahm und es, bis zur letzten Seite, kaum noch aus der Hand legen konnte. Aber diesen drei Schriftstellerinnen ist es gelungen, mich auf diese Art zu fesseln. Vielleicht kennt ihr die eine oder andere von ihnen? Teilt ihr meine Meinung oder könnt ihr von anderen Autoren und Büchern berichten, wo ihr das ähnlich empfunden habt?

Um einen Traum zu verwirklichen: Blinde Autorin Franziska Sgoff mit Crowdfunding-Aktion

Das Leben erzählt die schönsten Geschichten, zum Beispiel über Franziska Sgoff. Oder besser gesagt: wie wir uns kennen gelernt haben. Dafür ist, wenn man so will, meine erste, große Liebe verantwortlich.
Ich war 16, als Daniel und ich zueinander gefunden haben. Heute bin ich doppelt so alt, seit fünf Jahren mit einem neuen Partner zusammen und Daniel hat auch eine andere Freundin, nämlich Franziska. Bald hat er mich mit ihr bekannt gemacht und schnell sind wir ins Gespräch gekommen, weil Franzi an ihrem ersten Buch arbeitet. Dafür hat sie fachkundige Unterstützung gesucht.
So trifft es sich gut, dass ich in der Autorenberatung tätig bin und als freiberufliche Lektorin fungiere. Ende Mai 2018 haben wir zu dritt – bei Daniel – ein paar gemütliche Tage verbracht. Seitdem feilen Franzi und ich gemeinsam an ihrem Manuskript.
Doch nicht nur das Buch, auch unser persönlicher Kontakt hat sich weiterentwickelt. Wir sind Freundinnen geworden. Ein gutes Team, wie wir beide sagen. Ob wir uns ohne Daniel jemals begegnet wären?
Eigentlich kann ich nur dem Zufall danken, den glücklichen Umständen, die uns die Bälle richtig zugespielt haben. Und ich wünsche mir, Franzi nächstes Jahr begleiten zu dürfen, wenn sie auf der Leipziger Buchmesse liest. Bis dahin sollte ihr Jugendbuch längst veröffentlicht sein. Unter dem Titel „Wozu braucht man Jungs?“ wird es im
Schwarzbuch Verlag erscheinen.
Dazu haben wir eine Crowdfunding-Initiative angestoßen. In der Hoffnung, dass uns genügend Freiwillige helfen werden, damit Franzi ihren Traum verwirklichen kann.
Mehr über das Buchprojekt hat sie dem Freisinger Tagblatt in einem Interview erzählt. Und in meinem Podcast, der Audiobeiträge für Nachwuchsschriftsteller liefert, hat sich der Schwarzbuch Verlag vorgestellt.

Tagebuch von Harald Lange, zweiter Beitrag

09.11.2014
Endlich war ich wieder einmal überzeugt, es schaffen zu können. Nachdem ich gestern auf dem Extremsporttag in Frankfurt so viele nette Leute kennengelernt und vor allem interessante Begegnungen mitgenommen hatte, fing ich heute damit an, mein Material zu sortieren. Doch egal, von wem ich zur Ernährung etwas wissen wollte, jeder sagte mir dasselbe: „Teste selbst. Du musst entscheiden, was du machen willst.“
Wenig Infos sickerten durch, wie sich andere einstellen. Ich bekam immer so da und dort was mit, aber ich dachte mir dann auch, hier muss echt jeder für sich organisieren.
Wolfgang, der schon am Marathon des Sables teilgenommen hatte, schlug mir für jeden Tag einen Brühwürfel oder Tomatensuppe vor. Das hätte ihm immer gut getan.
„Aber essen wird oft überbewertet. Du kannst nicht allzu viel zu dir nehmen. Tagespacks sind nicht das Schlechteste, es gibt halt, was es gibt und Hotel und First-Class-Service bekommst du sowieso dort nicht.“
Also nicht zimperlich sein! Und alles im Vorfeld testen. Einmal einen Tagespack zusammenstellen, damit einen Tag leben und sehen, wie das geht. Nichts mitnehmen, das ich nicht kenne. So normal wie möglich bleiben.
Ich hielt an der Empfehlung fest, auf Tagespacks zu gehen. Drum herum würde ich noch etwas einpacken, das ich zwischendurch mampfen könnte.
Oft spielte ich die Möglichkeiten durch. Ich wusste nicht so recht, wie ich planen sollte. Ziemlich unsortiert das Ganze. Aber irgendwie musste mir ja langsam etwas einfallen. Also fing ich einfach an.
Ich schnürte sieben Tagespacks und überlegte mir, was ich pro Tag essen würde und was ich an welchem Tag verlangen könnte. Zumindest im Grundsatz: Jeden Tag ein Müsli, ein Abendmahl meiner Wahl, Startgetränk UltraSports Starter, jeweils ein Refresher, über den Tag verteilt das ein oder andere Riegelchen und Bufferpulver. Unabhängig von diesen kleinen Paketen noch den Rest wie Studentenfutter, Bananenchips, Salami … Davon würde ich immer nach Bedarf etwas zu mir nehmen.