Fußballbuch und Fußballspruch des Jahres

Wenige Stunden, bevor Kroatien gegen Frankreich um die Krone bei der Weltmeisterschaft kämpft, möchte ich verweisen auf gute und bessere Fußballbücher. Doch so viele Autoren haben über diesen Sport geschrieben, dass es praktisch unmöglich ist, eine Top-ten-Liste zu erstellen. Und es wäre falsch, nur diejenigen zu nennen, die einen Preis erhalten haben. Trotzdem fange ich damit an.

Fußballbuch des Jahres 2016 wurde „Mroskos Talente“ von Ronald Reng. Ein Jahr später schaffte es der Titel „Helmut Schön“ von Bernd-M. Beyer ganz nach oben.

Hinter dem Preis steht die Akademie für Fußball-Kultur in Nürnberg. Wie im Buchreport nachzulesen ist, sieht sie sich als Kontaktbörse und Infopool. Fußball und Kultur werden zusammengebracht, unter anderem durch Podiumsdiskussionen, Vorträge, Ausstellungen und Lesungen. Denn der Fußballsport gilt ihnen als soziales und gesellschaftliches Phänomen.

Dazu gehört auch, dass die Akademie Fußball-Kulturpreise verleiht. So kann sie sensibilisieren für außergewöhnliches Engagement im Fußball, jährlich mit dem Walther-Bensemann-Preis. Seit 2006 prämiert sie das Fußballbuch des Jahres. Im Herbst findet die nächste Auszeichnung statt.

Genauso gibt es einen Fanpreis und einen für den Fußballspruch des Jahres. Die Aktuelle Spruchsammlung kann bis Ende Juli vergrößert werden. Jeder, der einen passenden Beitrag gehört hat, darf diesen direkt bei der Akademie einreichen.

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Wie klingt Australien?

Dem Verlauf des Manuskripts folgend, recherchiere ich zuerst über Australien. Denn dort spielt sich die erste Szene ab, die ich aus dem Handgelenk heraus nicht schreiben kann. Die Fußballer der Deutschen Nationalmannschaft bereisen den Roten Kontinent. Sozusagen, weil ansonsten alles den Bach runtergehen würde.

Nun könnte ich Bücher lesen, vielleicht die Australienromane von Patricia Shaw. Aber so viel Aufwand betreiben wegen einer einzigen Szene?

Wenn ich nicht blind wäre, würden mir Verfilmungen helfen oder Bilder im Internet. So beginne ich mit Erfahrungsberichten. Die Auswahl finde ich überwältigend. Irgendwie will jeder irgendetwas im Internet erzählen. Daher entdecke ich zum Beispiel Das Online-Magazin „Australienblogger“: Auswandern, Reisen & Studieren.

Aber besonders fasziniert bin ich von 101 Places, dem Reiseblog über Backpacking und digitale Nomaden. Patrick Hundt, der hier erzählt, hat vieles erlebt. Und dahinter steht seine ganz eigene, interessante Geschichte. 2012 hat er seinen Job bei einer Agentur für Online-Marketing aufgegeben. Danach ist er, weil gerade eine berufliche Alternative fehlte, zu einer Weltreise aufgebrochen. Und dabei natürlich auch in Australien gelandet.

Mit solchen Leuten möchte ich sprechen. Um zu erfahren, wie sich die kleinen Abenteuer auf der Great Ocean Road anfühlen oder ein Besuch auf Kangaroo Island. Wie riecht Australien? Wie klingt es? Ein guter Autor sollte jeden Ort mit allen Sinnen erfassen.

So habe ich auch heute noch das Didgeridoo im Ohr. Andreas, ein Betreuer im Blindeninternat, hat vor 20 Jahren darauf gespielt. Alle meine Versuche, in dieses Rohr zu blasen, sind kläglich gescheitert. Aber die schöne Erinnerung lebt heute noch in mir.

Wer kennt wen? Und wie bringt mich das weiter?

Jeder kennt jeden über sieben Stationen. Zu diesen Ketten ist viel philosophiert worden. Doch egal, ob sie nun fünf oder acht Glieder besitzt: Der Grundgedanke stimmt. Und viele Menschen können davon profitieren.

Im privaten Umfeld fängt das an. Mein Freund zum Beispiel, der geht immer wieder zu Stammtischen, Stadtteiltreffen oder er organisiert eine kleine Party. Da stellt er dann Leute einander vor, die ähnliche Interessen mitbringen.

Ich bin weniger der kommunikative Typ. Dass ich zehn Freunde und Bekannte gleichzeitig zum Grillen einlade, kommt faktisch nie vor. Lieber sitze ich mit zwei oder drei Vertrauten zusammen, damit wir auch persönliche Gespräche führen können.

Aber den Zweck dahinter, auf soziale Netzwerke zurückzugreifen, habe ich durchaus wahrgenommen. Und aufmerksam beobachtet, dass so etwas funktioniert.

Inzwischen setze ich die Technik selber ein. Überwiegend beruflich, wenn Aufträge von Kunden weitergegeben werden oder weil ich eine Fachkraft benötige, die mit mir ein Buchprojekt betreuen kann. Wegen meiner Blindheit brauche ich regelmäßig einen Partner, der das Layout übernimmt; der Innenteil und Umschlag so gestaltet, dass sich das Buch – rein für die Augen – ansprechend präsentiert. Gerne möchte ich an dieser Stelle Jürgen Hetz mit seiner Denksportler Grafikmanufaktur empfehlen.

Aber auch für die Geschichten, die ich in meiner Freizeit schreibe, hole ich mir Unterstützung. Denn meine Handlung will ich stimmig und genauso kompetent erzählen. So überlege ich mir zuerst, welche Szenen es geben wird, bei denen ich inhaltlich Hilfe benötige. Dann suche ich nach einem passenden Gesprächspartner. Falls sich keiner auftreiben lässt, streiche ich den Abschnitt in meinem Manuskript und denke mir etwas Neues aus.

Für die Fußballsatire „Geballter Zoff“ musste ich natürlich jemanden haben, der mir die inneren Abläufe in der Nationalmannschaft erläutern kann. Wie dieses oder jenes bei einem großen Turnier geregelt ist.

Außerdem sollten die Spieler, in meinem Buch, gemeinsam nach Australien reisen. Daher wünschte ich mir jemanden, der selber auf dem Kontinent gewesen war und mir seine persönlichen Eindrücke von Land und Leuten wiedergeben könnte.

Nicht zuletzt plante ich eine Szene, wo einer der Fußballer mit einem Hubschrauber aufsteigt, um Flugblätter über Stuttgart zu verteilen. Ich brauchte deshalb einen Piloten, damit ich berichten konnte, wie so ein Flug im Einzelnen verläuft.

„Mit den Händen sehen“

(Wie viel kann ich mit Büchern lernen? …)

Unter anderem vertiefe ich mich in die Biographie von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt:

„Mit den Händen sehen“. Der renommierte Sportmediziner gibt Erfahrungen und Eindrücke wieder, die er beispielsweise beim FC Bayern und bei der Deutschen Fußballnationalmannschaft gesammelt hat. Zwar bleiben seine Ausführungen hinter dem zurück, was ich mir davon versprochen hätte. Für meine Zwecke ist das Buch nicht optimal geeignet. Aber einiges kann ich dann doch heraussortieren, zu verschiedenen Trainertypen oder den internen Abläufen, wenn die Nationalmannschaft zusammenkommt.

Allerdings sollten Bücher – auch das von Uli Borowka – niemals ein Gespräch ersetzen. Denn geschriebener Text kann unvollständig sein. Manchmal habe ich auch Fehler auf den gedruckten Seiten entdeckt. Sich doppelt abzusichern, würde ich deshalb grundsätzlich empfehlen.

Ich lese Bücher von Leuten, die es wissen müssen. Dadurch bekomme ich die ersten, wichtigen Anhaltspunkte. Und dieses Gerüst kann ich nutzen, um Interviews mit Experten vorzubereiten, die weitere Löcher stopfen oder Schräglagen geraderücken. Weil ich es für unverzichtbar halte, meine Geschichten authentisch zu erzählen.

Wie viel kann ich mit Büchern lernen?

Irgendwie geht jeder Autor anders vor, um ein Manuskript zu entwerfen. Mir persönlich hilft es, wenn ich eine innere Stimmung für mein Thema entwickeln kann. Gleichzeitig nehme ich auf diese Weise viele Fakten auf.

So habe ich angefangen, Bücher über Fußball zu lesen. Gefühlt gibt es davon so viele wie Sandkörner am Meer. Aber Biographien finde ich nie verkehrt.

Besonders überzeugt hat mich „Volle Pulle“ von Uli Borowka. Darin beschreibt der ehemalige Leistungssportler sein Doppelleben als Fußballprofi und Alkoholiker. Das Buch ist 2012 bei Edel Books erschienen und hat viel Aufmerksamkeit erregt. Denn Borowka schreibt schonungslos ehrlich. Nichts lässt er aus, während er von seiner Trinksucht und deren Folgen erzählt.

Genauso intensiv stellt er sein Leben als Profifußballer dar. Andere Bücher kratzen lediglich an der Oberfläche, indem sie größtenteils wiedergeben, was die Fans auch so schon durch Presse und Rundfunk erfahren. Aber Borowka öffnet die Türen, damit Unbeteiligte hinter die Kulissen blicken können. Was tatsächlich vor sich geht bei einer Fußballmannschaft … Und nicht zuletzt, welche Verfehlungen sich die Spieler geleistet haben.

Natürlich, seine Karriere hat Uli Borowka 1996 beendet. Und zwischen diesem Jahr und 2018 dürfte sich vieles verändert haben. Da reicht es nicht aus, sich nur an einer älteren Sportlerlaufbahn zu orientieren. Ein einziges Buch genügt sowieso nicht, um das eigene Werk treffend vorzubereiten.

Auf ein Neues!

Angefangen habe ich mit diesem Blog im August 2015, zu meinem Buchprojekt Highway to Hell. Seitdem habe ich meine Doktorarbeit zu Ende geschrieben, einen Podcast für Autoren gestartet und Kriminalromane lektoriert. Darüber ist mein Blog in Vergessenheit geraten.

Doch jetzt möchte ich ihn wiederbeleben. Ich arbeite an einer Fußballsatire: Geballter Zoff. Diese Geschichte über die Deutsche Nationalmannschaft soll mein erstes Hörbuch werden. Und davon kann ich einiges erzählen.

Ich freue mich auch immer über Fragen, Anregungen oder Rezensionen, wenn ein unbekannter Autor ein neues Buch veröffentlicht hat. Ihr seid alle herzlich eingeladen, mir eine Nachricht zu schicken. Gemeinsam können wir den Blog dann bunt gestalten.

„Ich sehe das, was ihr nicht seht“ – Buchempfehlung

Der Tag des Weißen Stockes, die Woche des Sehens – immer wieder rücken Blinde und Sehbehinderte nach vorne. Zumindest werden ihre Bedürfnisse in den Medien diskutiert und in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Vor Kurzem, am 3. Dezember, gab es dafür wieder einen guten Anlass: den Internationalen Tag für Menschen mit Behinderung.

Selbstverständlich werden auch immer wieder Geschichten über Sehbehinderte erzählt. Bücher geschrieben, wie zum Beispiel über Harald Lange.

Aber natürlich ist Harry nicht der Einzige, der seine Erfahrungen teilt und anderen Mut macht, lange noch nicht aufzugeben. Das beste Buch, das ich bisher aus dieser Richtung kenne, stammt von der blinden Rechtsanwältin Pamela Pabst. Sie ist hauptsächlich im Strafrecht tätig. Der Hanser Verlag hat 2014 ihr Buch herausgebracht: Ich sehe das, was ihr nicht seht.

Lebendig, aber vor allem authentisch schildert Pamela Pabst, wie sie ihr Leben, Alltag und Beruf als Blinde meistert. Ich bin selber ebenfalls blind. Und nach meinen Erfahrungen hat noch kein anderes Buch die Realität so zutreffend wiedergegeben. Hart, aber fair. So beurteilen das auch Rezensenten im Internet.

Eine Verlegerin für Autoren: Interview mit Sandra Uschtrin

Ratgeber für Autoren, ein weit verbreitetes Handbuch, verschiedene Zeitschriften. Das und mehr veröffentlicht Sandra Uschtrin. Deshalb kann sie gut und gerne so bezeichnet werden: als eine „Verlegerin für Autoren“. Seit 1993 leitet sie den Uschtrin Verlag.

Für »14«, Den Autorenpodcast haben wir sie am Ammersee besucht. Was Sandra Uschtrin über ihren Verlag erzählt und über die Geschichte, die dahintersteht, hören Sie im Autorenpodcast (erster Teil des Interviews, online gestellt am 14. November 2016).

2 Stunden, 59 Minuten – Harry lebt einen Traum!

Gestern ist Harald Lange beim Frankfurt Marathon gestartet. Und nach 2 Stunden, 59 Minuten hat er das Ziel erreicht. Herzlichen Glückwunsch, Harry!

„… und du kannst es schaffen“, heißt eines seiner Bücher. Darin schildert er, wie er sich auf seinen ersten Marathon vorbereitet hat, wie er die Distanz zum ersten Mal im Wettkampf gelaufen ist … Und jetzt, genau fünf Jahre später, hat er es wieder geschafft. Wieder ein großes Ziel erreicht, einen Traum gelebt.

Zwei Wochen zuvor hat Harry bei »14«, Dem Autorenpodcast erzählt, warum er Bücher schreibt und was ihm das Schreiben bedeutet. Auf den Webseiten von Daniela Preiß können Sie das Interview nachhören (MP3 vom 14.09.2016).

„Jeder kann helfen!“

Heute beginnt die Woche des Sehens 2016, da wollen blinde und sehbehinderte Menschen ein Zeichen setzen. Harald Lange tut das auf seine Art. Auf seiner Homepage schreibt er: „Ich freue mich, wenn ich andere mit meinem Engagement motivieren und mich trotz meiner Behinderung voll einbringen kann. Damit setze ich ein Zeichen, dass JEDE und JEDER helfen kann, behindert oder nicht!“

Körperlich top fit, hat er sich überlegt, ob er die Feuerwehr verstärken könnte. Auch THW oder DRK schweben ihm vor. Was er, trotz seiner Seheinschränkung, tatsächlich erreichen kann – darüber berichtet er auf seinen Webseiten (Eintrag vom 24. August 2016).